Denk ich an Deutschland… Eine Zeitreise

Ich reibe mir die Augen – was geschieht mit meinem Heimatland? Dem Land der Dichter und Denker? Dem Land, in dem wir auf den Strassen skandierten:  NIE  WIEDER  KRIEG!!! Dem Land, in dem wir für den Frieden demonstrierten – wie war das noch damals in Bonn als zehntausende Menschen aller Nationen und Farben und Religionen gemeinsam für den Frieden sangen und beteten, für eine Welt ohne Grenzen, ohne Hunger ohne Gewalt?

WO  SEID  IHR  ALLE – jetzt in dieser Zeit, in der der Hass um sich greift, Zäune und Mauern errichtet werden, in den Köpfen, an den Grenzen. Wo Menschen sich wieder einteilen nach Rasse, Religion, Staatsangehörigkeit – nicht nach Menschlichkeit – WO  SEID  IHR  FRIEDENSKÄMPFER  VON  EINST?

Gehört Ihr zu den Nichtwählern oder zu denen, die Angst vor dem “Fremden” haben? Zu denen, die nicht sehen, dass wir alle Menschen sind und die Welt uns allen gemeinsam gehört, Staatsangehörigkeit, Religion, Hautfarbe nicht wichtig sind?

Wo sind wir gelandet, wenn irgendjemand aus welchen Gründen auch immer glaubt, Frauen vorschreiben zu dürfen, wohin sie gehen, wie sie sich zu kleiden haben?

Im 21. Jahrhundert glaubte ich, wären wir frei, endlich endlich frei von Kriegstreibern, Hinterwäldlern, Kleingeistern, frei von Menschen, die im Gegenüber nicht den Mitmenschen sehen, sondern den Fremden, die nicht neugierig auf das Neue sind, sondern angstvoll Hassparolen schreien. Ich glaubte im Zeitalter der Globalisierung würden wir endlich verstehen, dass wir alle in einem Boot namens Erde sitzen und niemand zulassen würde, dass tausende Menschen in Booten über’s Meer fliehen müssen vor Krieg, Verfolgung und Hunger. Ich glaubte, dass Menschlichkeit uns verbieten würde, Menschen ertrinken zu lassen oder vor unseren Grenzen abzuweisen, denn Grenzen braucht doch niemand – Grenzen trennen, aber wir wollten doch eins werden, geeintes Europa, geeinte Welt…

Die Zeitreise brachte mich zurück ins Mittelalter. Auf dem Kalender steht zwar 2016, aber ich wurde zurückgeworfen in eine Welt der Glaubenskriege, der Kleinstaaterei, der Verfolgung… Mit Vollgas und Atomantrieb zurück ins dunkelste Mittelalter…

Ich möchte sie wieder sehen, die Menschenketten mit Kerzen, kilometerlang, Menschen vereint in dem Wunsch nach Frieden, Menschlichkeit und einer Welt ohne Grenzen, ohne Hass, ohne Dummheit und ohne Angst… Und ich möchte Bundes- und Länderparlamente voller wahrer Demokraten, ohne Populisten, Angstschürer, Fremdenhasser und Zäunebauer. Ich möchte zurück ins 21. Jahrhundert…

 

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