…”daß diese Furcht zu irren schon der Irrtum selbst ist”… (Hegel)

In der schwülen Stuttgarter Nacht leuchten diese Worte in mein Hotelzimmer. Ich bin hier, um mich um Jürgens schwäbische Angelegenheiten zu kümmern. Ein schwerer Gang, ein Gang zurück in den Anfang unserer Liebe als wir noch überlegten, wo wir das Basislager unserer gemeinsamen Zukunft aufschlagen sollten – in Baden-Württemberg, dem Kehrwochen-Country, oder im Ruhrgebiet, wo der Pott kocht… Die Kinder und die Tiere gaben den Ausschlag. Wir entschieden uns für Oberhausen, der Stadt, der ich seit meiner Jugend den Rücken kehren möchte.

Die Worte erinnern mich an Jürgens Sicherheit, Journalist werden zu wollen, an einen Brief, den er seinen Eltern schrieb, nachdem er sich für das Volontariat in Stuttgart entschieden hatte – wenn er diese Chance bekäme, dann wäre es auch der richtige Weg. Ein Jurastudium stünde ihm im Zweifelsfall immer offen.

Ja, und es war der richtige Weg für ihn und er ging ihn klar und unbeirrt. Den Zweiflern zum Trotz ging Jürgen immer nur seinen Weg, liebenswert und konsequent bis zum Schluss geradlinig, unbeugsam, selbstbestimmt, aufrecht und vollkommen ohne Furcht, sich zu irren.

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