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Vom Sinn der Kinderkrankheiten

 

Heute war es endlich soweit – mein erster Vortrag in der wunderschönen Praxis für Gesundheit und Prophylaxe in Regau/Österreich.

Selbstverständlich wählte ich als Thema die Kinder. Sie brauchen Liebe, Zeit, Nestwärme, Geborgenheit, Getragenwerden, Zuwendung, Schutz, bedingungslose Liebe. Zu häufig erhalten sie aber Maxi Cosy, Kinderkanal, Impfungen und Kita.

Es war ein sehr schöner Abend, der viel länger dauerte als geplant. Einen Sinn hinter einer Krankheit sehen, sei sie eine Kinderkrankheit oder eine andere, ist für viele Menschen noch sehr sperrig zu denken. Aber die Teilnehmer konnten dem Gedanken folgen und die intensiven Gespräche machten deutlich, wie wichtig eine Aufklärung über ganzheitliche Psychosomatik ist, wie wichtig es ist, dass uns wieder bewusst wird, was Kinder benötigen. Wie dringend Kinder ein Sprachrohr brauchen.

Nicht die Kinder müssen sich anpassen – wir müssen wieder lernen, den Kindern zuzuhören und ihnen das zu geben, was sie am allernötigsten brauchen –

 

LIEBE UND ZEIT!

“Bring your child to a place where the eagle learns to fly!” (Pink Cream 69)

 

 

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Trauerarbeit

 

Irgendwann im Jahr 2016 fand ich das Atelier Kunstwerk der Oberhausener Künstlerin Claudia Buch, die selbst Menschen, die noch niemals gemalt haben, nicht nur die Möglichkeit gibt, sich in ihrem Atelier auszuprobieren, sondern auch noch menschlich und fachlich zu motivieren weiß und die jedem “Ich kann das nicht”, ein sehr überzeugtes “Du schaffst das schon” gegenüberstellt. Bis jetzt hatte sie immer Recht – Danke hierfür, liebe Claudia.

Jürgen schrieb nicht mehr, meinen wunderbaren Schreiber bekam ich nicht mehr an die Tastatur. Zwischendurch arbeiteten wir zusammen an unseren gemeinsamen Texten, dann diktierte er aber lieber oder zog den Bleistift dem PC vor. Aber nur noch so selten. Ich wollte mit ihm malen, wollte ihm helfen, dass sich ihm eine neue Form der Kreativität eröffnen könnte. Kreativität, dem Inneren Ausdruck verleihen, dem Schönen, aber auch den inneren Zerrissenheiten. Außerdem war Jürgen, fand ich, mit seinen langen grauen Haaren und seiner so absolut liebenswerten Exzentrik der Prototyp eines Malers.

Aber er wollte nicht. Ich sollte für uns beide malen. Ich sollte ja auch für uns beide beten, für uns beide laufen … für uns beide leben …

Es war fast genau vor einem Jahr, als ich beschloss, eine Sonnenblume zu malen. Ja, ich mag van Gogh sehr, aber an den dachte ich wirklich nicht, als mir diese Idee kam. Eine Sonnenblume ist für mich das Symbol unbändiger Kraft. Sie dreht ihren Kopf immer der Sonne zu, verharrt nicht im Schatten, verliert sich nicht im Grübeln über das Dunkle, sondern sucht das Positive, das Licht, die Sonne. Wer mich kennt, weiß, dass kaum etwas mich und mein Denken mehr symbolisiert als diese wunderschöne Blume. Meine liebe Freundin Klaudia Hoffmann-Koller fand diese bahnbrechende Erkenntnis kürzlich sogar auf einem Einkaufsbeutel!

Jürgen war von der Idee völlig begeistert, ich ob der Größe der Aufgabe und der noch größeren Größe des einzig wahren Sonnenblumenmalers, etwas kleinlaut.

Von Beginn an spürte ich, dieses Bild ist etwas anderes. Hier übe ich nicht, hier male ich. Ob das Ergebnis später dem Auge des Betrachters gefällig sein würde oder nicht, war nicht wichtig. Es sollte meine Sonnenblume werden.

Jeden Donnerstagabend, wenn ich meine Arbeit an der Sonnenblume beendet hatte, machte ich ein Foto, um Jürgen die Fortschritte zu zeigen. Wie immer hatte ich in ihm den ehrlichen, sachlichen Kritiker, den stillen Bewunderer und den kreativen Ratgeber. Jürgen als Muse – eine schöne Vorstellung, die gewiss seine lächelnde Zustimmung findet.

Dann ging mein Jürgen über die Regenbogenbrücke. Dieses Bild brachte mich dazu, mir ein Tuch in den Regenbogenfarben zu stricken, den Farben,die Jürgen so liebte und das mich wärmt, weil seine Arme es nicht mehr können…

Aber zurück zu meiner Sonnenblume. Einige Wochen konnte ich nicht zu ihr. Ich schaffte nicht den Weg zum Atelier, auch wenn ich wusste, dass mich dort liebe Menschen empfangen würden und ich ja auch immer sage, wie wichtig es ist, dem Inneren Ausdruck zu verleihen. Aber in meinem Inneren war nichts, alles leer und taub.

Ich fand den Weg dann aber im März diesen Jahres wieder! Und für viele Wochen waren diese zwei Stunde am Donnerstagabend die einzige Zeit in der gesamten Woche, in der ich nicht dachte. Ich verlor mich vollkommen im Mischen der Farben, in dem Versuch, die Sonnenblume zu meiner zu machen. Wollte diese Spannung zwischen Licht und Schatten, Werden und Vergehen, Strahlen und Erlöschen, Leben und Tot erfassen, mit meinen so geringen Fähigkeiten. Hatte ich zu Beginn mein Umfeld überhaupt nicht mehr wahrgenommen, wenn ich begonnen hatte, in der Farbe zu rühren, nahm ich es von Woche zu Woche mehr wahr. Immer noch machte ich an jedem Donnerstagabend ein Foto. Schon vor einem halben Jahr wurde mir von lieben Freunden gesagt, dass meine Sonnenblume schön sei und was ich als nächstes malen wollte, aber sie war doch noch nicht fertig. Immer wieder nahm ich mir jedes Blatt vor. Mir wurde bewusst, dass nicht nur in der Zusammenfassung der Blütenblätter, sondern in jedem einzelnen Blatt Licht und Schatten, Werden und Vergehen, Strahlen und Erlöschen, Leben und Tot waren. Wie im richtigen Leben, in jedem Anfang liegt auch das Ende, Doch es ist an uns, unsere Blüte der Sonne zuzuwenden und die Schatten hinter uns fallen zu lassen.

Jetzt ist sie fertig meine Sonnenblume. Ich habe ihr den Titel “Trauerarbeit” gegeben, denn so ist sie entstanden und das wird sie bei jedem weiteren Betrachten bleiben. Trauer tut weh, aber sie ist nichts Schlimmes – wie armselig wäre unsere Liebe gewesen, gäbe es nun keine Trauer. Ich habe sie angenommen, sie ist Teil meines Lebens und manchmal trägt sie die Farben des Regenbogens, manchmal ist sie ein Lied, manchmal eine Sonnenblume. Immer aber ist sie Ausdruck tiefer Liebe, Liebe zu Jürgen, aber auch der Liebe zum Leben!

 

 

www.alles-kunstwerk.de

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Back to Running

 

 

Laufen – seit so vielen Jahren meine Atempause, mein Ruhepol, meine Regeneration, mein Fitness-Training.

Letztes Jahr begann ich mit dem Training für den Traum Marathon – Ziel 2019. Jürgen versprach mir, an der Ziellinie mit einem Finisher-Shirt auf mich zu warten, auch wenn alle anderen schon weg wären und alles abgeräumt.

Jürgen – ich hatte viele Ausreden in den letzten Wochen und Monaten nicht in den Wald zu gehen, um wieder zu trainieren. Trauer, viel Arbeit, soviel Papierkram… Ein paar Mal halbherzig auf’s Laufband, aber in den Wald?

Dorthin, wo Jürgen mich auslachte, wenn er mich beim Joggen überholte und lauthals “Schöner leben mit Parkinson” rief?

Dorthin, wo wir nach seiner Hüft-Operation wieder laufen übten, dann Nordic Walking?

Dorthin, wo ich mich freigelaufen hatte von Sorgen und Ängsten, um wieder ganz da zu sein für meine Kinder, für Jürgen, meine Patienten, meine Freunde?

Dorthin, wo meine Kinder laufen gelernt hatten und die Natur entdeckten?

Dorthin, wo ich mit meinen so wunderbaren Hunden Cindy und June so viele glückliche Zeiten erlebt und unzählbare Stöckchen geworfen hatte?

      Jetzt, ich allein, nur für mich, in diese Wälder?

Ja, für mich!

Vor ein paar Tagen war es soweit. Ich zog die Laufschuhe an, füllte die Wasserflasche und fuhr zum Wald. Ich blieb ein paar Minuten im Auto sitzen, ließ all die Momente Revue passieren, voller Dankbarkeit für jeden einzelnen davon.

Dann lief ich los – Ziel Marathon, wann auch immer…

ZIEL  ZUKUNFT!

 

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Hauch des Lebens…

Heute erhielt ich eine Trauerkarte einer lieben Schülerin, deren Worte mich so tief berührten, dass ich sie teilen muss:

“Liebe Sophie,

einst brachtest Du Deinen Schülern die Magie des Atems näher. Es ist unglaublich berührend, dass die Luft, die wir heute atmen, bereits die Lungen früherer Generationen füllte. Ebenso die Lungen Deines geliebten Mannes – ein kleines Stück seines Lebens gab er somit an die ganze Welt weiter. Sein Atem tanzt mit dem Wind durch die Blumen, zerzaust Dein Haar, trocknet Deine Haut nach dem Sommerregen und streichelt Dein Gesicht, wenn Du die Augen schließt…” (Jennifer Hoffmann)

Ich kann dem nichts hinzufügen, ausser, dass diese Worte mich von nun an immer begleiten werden. Danke, Du Liebe!

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