Fröhliche Ostern

Ostern – der Beginn eines neuen Lebens und das zu Zeiten von Kontaktsperre und Virusangst? Ist das möglich?

Seit einigen Wochen lernen wir, dass Leben auch anders geht. Da gibt es diejenigen, die mehr tun müssen als sonst, weil sie Waren liefern müssen, im Lebensmittelgeschäft den Hamsterkäufen trotzen müssen, Menschen pflegen oder freiwillig Angehörige und Nachbarn versorgen. Und es gibt diejenigen, die im Homeoffice arbeiten, ihre Kollegen vermissen und solche, die vor Langeweile schon mit den Wänden reden. Es gibt Kreativität. Es gibt Existenzängste, Lagerkoller, Überforderung durch Einsamkeit oder Kinderversorgung und es gibt Nachdenklichkeit und Entschleunigung.

Während manche um ihren Sommerurlaub an einem der Strände dieser Welt bangen und den Friseur vermissen, bangen andere schlicht um ihre Existenz. Wollen wir nach durchgestandener Krise einfach zurückgehen in das Leben wie es vorher war oder nehmen wir etwas mit aus der Entschleunigung, aus der Hilfe für andere, aus den Existenzängsten?

Ganz gleich, ob Menschen aus Angst um ihre Existenz die absurdesten Hamsterkäufe tätigten, feststellten, dass ihre Familie sie überfordert oder vielleicht doch aus richtig netten Menschen besteht, die berufliche Existenz bedroht wurde oder ob eigentlich alles unspektakulär war – eines haben wir alle gelernt, manche wussten es bereits vorher: Unser Leben ist keine Selbstverständlichkeit. Die Möglichkeit auf Erkrankung und Tod verdrängen wir in unserem Alltagsleben und geben dadurch den Dingen zu viel Wichtigkeit, die nur Zutaten sind, Extras. Wie oft höre ich Menschen sagen, dass dieser oder jener Tag ein schlechter Tag gewesen sei, dabei war der Tag gar nicht schlecht. Wie immer ging die Sonne auf, wir durften erwachen und leben.

“Im Leben eines Indianers gibt es keine schlechten Tage. Auch wenn die Zeiten noch so schwierig sind. Jeder Tag ist gut. Weil du am Leben bist, ist jeder Tag gut.” (indianische Weisheit)

Unser Leben ist zerbrechlich – lasst uns jeden einzelnen Tag feiern, in Freude und Dankbarkeit, dass wir leben. Unser Leben als Fest, dass aus Pflicht und Kür besteht und nie vergessen, wie wichtig uns in Zeiten der Bedrohung unsere blosse Existenz war.

Fröhliche Ostern – das Fest des Beginns neuen Lebens. Schlüpfen wir aus unseren Eiern!

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