Zwangs-Impfung ohne Not

Das Telefon steht nicht still. Seit das Gesetz zur Masern-Impfpflicht beschlossen wurde, suchen besorgte Eltern, die, zumindestens jene, die sich bei mir melden, aus sehr wohl überlegten Gründen ihr Kind vor dieser Zwangsmaßnahme schützen wollen. Dieses Gesetz nutzt die Zwangslage von Eltern, die ihr Kind fremd betreuen lassen müssen oder wollen schamlos aus, denn ganz gleich, ob die Eltern einer Tagesmutter, einer Kindertagesstätte oder einem Kindergarten die Betreuung ihrer Kinder übertragen wollen, nirgendwo werden sie ab dem 01. März 2020 mehr Aufnahme finden, ohne nachgewiesene Impfung gegen Masern oder aber dem Nachweis, dass das Kind aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden darf oder anderweitig einen Schutz gegen die Masern erworben hat. Für letzteres gilt die Masern-Titer-Bestimmung im Blut. Die Kinder, ganz gleich in welchem Alter, müssten sich also zur Bestimmung dieses Titers einer Blutentnahme unterziehen. Die Kosten für eine solche Untersuchung und/oder den Nachweis über die Impf-Unfähigkeit verbleiben bei den Eltern. Strafandrohung gilt nicht nur für Eltern, sondern auch für die Leitungen der entsprechenden Einrichtungen. Dass Eltern wichtige Gesundheitsdaten ihrer Kinder an nicht-medizinisches Personal weiterleiten müssen, hier also ein massiver Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des Kindes allein schon bei der Datenerhebung erfolgt, ist für den Gesetzgeber nicht weiter von Interesse.

Anders bei der Aufnahme in die Schule. Da geht Schulpflicht vor Impfpflicht. Ein ungeimpftes Kind darf hier ohne weiteres aufgenommen werden. Allerdings können die Behörden die Eltern mit einem Bußgeld von bis zu € 2500,– belegen. Unklar ist allerdings noch, ob dieses Bußgeld einmalig oder mehrmals erhoben werden kann.

Die letzte Impfpflicht endete in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Es war die Impfpflicht gegen Pocken, einer hoch ansteckenden Erkrankung, die in ihrer milderen Form bei ungefähr 30% der Erkrankten zum Tode führt, bei geimpften Menschen beträgt die Sterblichkeit noch 4 %, in ihrer schweren, der hämorrhagischen Form liegt die Sterblichkeitsrate bei über 90%. In der Tat eine höchstgefährliche Erkrankung, bei der man eine solche Zwangsmaßnahme durchaus nachvollziehen kann. Ob dann daraus Reihenimpfungen in Schulen resultieren müssen, wie ich sie noch erleben und fast nicht überleben durfte, ist kritikwürdig. Meiner Ansicht nach gehören medizinische Behandlungen in eine kompetente Arzt-Praxis, in der Eltern und Impfling individuell begleitet werden. Aber selbst diese Maßnahme der Reihenimpfung schließt das neue Masern-Impfpflicht-Gesetz für die Zukunft nicht aus.

Zeit um bei dem Robert-Koch-Institut (RKI) und der Weltgesundheits-Organisation (WHO) nachzuforschen, wie es sich eigentlich bei den Masern verhält, die bereits im Vorfeld zum Impfpflicht-Gesetz als extrem gefährlich dargestellt wurden. Schürt jemand Angst, um ein Ziel zu erreichen, ist es immer ratsam, sich über Fakten zu informieren. Die Erkenntnisse der WHO und des RKI sind allgemein als seriöse Quellen anerkannt und wurden zur Grundlage der Gesetzgebung zu Rate gezogen.

In diesen Quellen findet man zur Angabe der Sterblichkeit an Masern in sog. “entwickelten Ländern”, zu denen auch Deutschland zählt, eine Sterblichkeitsrate von 0,05 bis 0.1%. Jeder einzelne Todesfall ist eindeutig zu viel. Kann also eine Masern-Impfung zuverlässig lebenslang vor einer Maserninfektion schützen und Komplikationen, wie die gefürchtete subakute sklerosierende Panenzephalithis (SSPE), verhindern? Auch da sind die Zahlen nicht so ermunternd, wie häufig Glauben gemacht wird. War man davon ausgegangen, dass eine zweifache Masern-Impfung ein ganzes Leben lang vor dieser Infektion schützt, so weiss man inzwischen, dass dem nicht so ist. Genaues können zur Zeit das RKI und die WHO nicht dazu sagen. Es wird jedoch angenommen, dass Masern-Wildviren diesen Impfschutz, der ohnehin nicht bei 100, sondern zwischen 93 und 99 % angeben wird, aufheben. Eine Entwicklung, die eine Impfpflicht vollkommen sinnlos erscheinen lässt. Das bedeutet, dass der Gesetzgeber unsere Kinder in eine Zwangs-Langzeitstudie zwingt, deren Folgen nicht abzusehen sind.

Immer wieder wird die Gefahr einer Masern-Epidemie heraufbeschworen. Sieht man sich da die Statistik der gemeldeten Masernfälle an, die das Robert-Koch-Institut auf seiner Seite zur Verfügung stellt, so werden dort Zahlen genannt, die einer Epidemie-Gefahr eindeutig widersprechen. Für das Jahr 2018 werden 543 Masernfälle angegeben, für das Jahr 2017 sind es 929, für das Jahr 2016 nur 325. Die Statistik reicht bis in das Jahr 2001 zurück. Man kann dort eine wellenartige Entwicklung erkennen, zwischen einer kurzen Zeit höherer Infektionszahlen und einer längeren Phase mit weniger Infektionen. Die höchste Zahl an Masernerkrankungen ist im Jahre 2001 mit 6.039 Fällen angeführt, die niedrigste ist im Jahr 2004 liegt bei 123 Fällen. Kann man bei einer Einwohnerzahl von über 80 Millionen Menschen anhand dieser Zahlen von einer für die Gesamtbevölkerung lebensbedrohlichen Epidemie sprechen?

Die Virusgrippe kostet jährlich nach Angaben des RKI zwischen mehreren hundert bis 20.000 Menschen das Leben. Hier werden keinerlei Maßnahmen ergriffen. Maßnahmen, die, wie das zur Zeit auftretende Coronavirus beweist, durchaus gemäß des Infektionsschutzgesetzes bereits jetzt ergriffen und wirksam durchgeführt werden könnten, um die Ausbreitung einer Viruserkrankung zu verhindern. Dies geschieht jedoch bei keiner der “altbekannten” Viruserkrankungen. Durch die Untätigkeit der zuständigen Behörden können sich so selbst meldepflichtige Viruserkrankungen unkontrolliert verbreiten. Ein selbstgemachtes Problem wie es scheint, dass nun unsere Kinder ausbaden müssen.

Der wirksamste Schutz vor Infektionskrankheiten ist immer noch die Isolierung von Erkrankten und die Meidung der Ansteckungsquellen. Der Beginn der Ansteckungsgefahr durch Erkrankte bei Masern besteht 3-5 Tage vor Auftreten des typischen Hautausschlages und hält dann ungefähr 4 Tage nach dem Auftreten an. Eine sofortige Reaktion von Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindertagesstätten, Kindergärten, Schulen und den Gesundheitsämtern könnte also eine Verbreitung nicht nur dieser Viruserkrankung viel effektiver als eine Impfung eindämmen. Und nicht gegen jede Viruserkrankung stehen halbwegs wirksame Impfungen zur Verfügung. Gerade bei Kindern zwischen 1 und 4 Jahren und Erwachsenen ist die Gefahr durch eine Maserninfektion am höchsten, gerade in einem Alter, wo ein Impfschutz entweder noch nicht ganz vollständig ist oder bereits nachlässt. Statt die bestehende Gesetzeslage zum Schutz der Gesamtbevölkerung wirksam zu nutzen, wird eine einzelne Erkrankung zur absolut todbringenden Gefahr hochstilisiert und durch eine Impfpflicht das Grundgesetz mit Füssen getreten,

Das Robert-Koch-Institut schreibt auf seiner Internet-Seite “In Deutschland existiert kein einheitlich umfassendes System zur Erhebung von Impfdaten. Zur Ermittlung des Impf- und Immunstatus der Bevölkerung müssen daher Teilstichproben oder Querschnittsuntersuchungen herangezogen werden.” Das bedeutet, die Zahlen, auf deren Basis das RKI seine Empfehlungen herausgibt, basieren, grob gesagt, auf Schätzungen. Das nennt sich seriöse Wissenschaft.

Gar nicht eingehen möchte ich auf die Zuverlässigkeit von Zahlen bezüglich auftretender Impfschäden. Viel zu ernüchternd ist da die tägliche Praxis. Viel zu häufig werden Impfschäden entweder nicht erkannt oder dem Gesundheitsamt nicht gemeldet oder schlicht ignoriert. Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Die Ausrottung der Masern ist das erklärte Ziel des RKI und der WHO, was zu erreichen, aufgrund der kursierenden Wildviren aber, nach deren eigenen Angaben, mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit nicht möglich sein wird. Warum dann Millionen von Kindern zwangsweise einer Langzeitstudie mit unklarem Ausgang aussetzen? Leider erhalte ich auf diese berechtigte Frage keinerlei Antwort.

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