Zweierlei Maß

Impfpflicht und Impfpflicht sind zweierlei wie ich in den letzten Wochen lernen durfte.

Sah man, wenn man die Masern-Impfpflicht für Kinder, die im März diesen Jahres eingeführt wurde, kritisch, so wurde man fast unweigerlich als dumm, verantwortungslos oder gar als Aluhutträger beschimpft. Kinder sollen auf jeden Fall geimpft werden. Je mehr Impfungen in ein Kind gespritzt werden, desto besser. Sehr viele Menschen forderten gar eine Kinder-Impfpflicht für alles, was der Impfmarkt so hergibt. Sogar verpflichtende Reihenimpfungen in Kitas, Kindergärten und Schulen wurden gefordert und sind nach dem Gesetzestext zur Masern-Impfpflicht möglich.

Die Heilpraktikerin wundert sich, ist ihr doch das Praktizieren der Heilkunde im Umherziehen per Gesetz verboten. Aber meinen Berufsstand wollte man vor Covid 19 ja auch noch verbieten. Als dann aber die Angst vor der Überforderung des Gesundheitssystems um sich griff, wurden wir systemrelevant, durften praktizieren, um somit mit unserer wertvollen Arbeit das Gesundheitssystem zu unterstützen. Mit Verlaub – meine Arbeit ist immer wertvoll! Doch das ist ein anderes Thema.

Nun wartet die Welt auf einen Impfstoff gegen das Covid 19-Virus, dass uns seit Monaten in Atem hält bzw. uns den Atem raubt. Fieberhaft wird an der Entwicklung gearbeitet und voller Stolz wird verkündet, dass man noch nie so schnell einen Impfstoff entwickelt habe. Schon bald könne mehr oder weniger weltflächendeckend geimpft werden. Über solche Banalitäten wie Langzeitstudien, um die langfristiger Verträglichkeit des Impfstoffes zu überprüfen oder Inhaltsstoffe machen wir uns aber doch bitteschön keine Gedanken, denn eine Lockerung der zur Zeit geltenden Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionszahlen sei nur mit einer grösstmöglichen Durchimpfungsrate weltweit vorstellbar. Das ist eine Sicht der Dinge, es gibt aber auch andere.

Da im März noch so viele Menschen voll des Lobes für eine Zwangsimpfung waren, bin ich jetzt sehr verwundert, fast genauso viele kritische Stimmen, gegen eine Covid 19-Impfpflicht zu hören und zu lesen. Plötzlich fallen von Befürwortern der Kinder-Impfpflicht Formulierungen wie “niemals lasse ich mich zu einem Eingriff in meine körperliche Unversehrtheit zwingen”, “wer weiss denn, was in dem Impfstoff so alles drin ist – das will ich nicht in meinem Körper”, “es muss erst bewiesen werden, dass die Impfung mir nicht schaden kann” und so weiter und so fort.

Ja was denn nun? Sollen Kinder zwangsweise geimpft werden, so ist das vollkommen in Ordnung. Wenn man bei ihnen nicht weiss, was eigentlich genau in die kleinen Körper gespritzt wird, ist das zu vernachlässigen, denn der vermeintliche Schutz der Allgemeinheit vor den sogenannten Kinderkrankheiten muss im Vordergrund stehen. Jegliche Diskussion um die Notwendigkeit dieser Impfungen wird im Keim erstickt und endet in der Regel in rüden Beschimpfungen an die Adresse der Kritiker.

Droht aber jetzt Erwachsenen die Spritze, sieht die Welt ganz anders aus. Das finde ich gut, keine Frage, aber warum hat man in breiten Kreisen nicht ebenso gedacht, als es um Säuglinge und Kinder ging? Gleiches Recht für alle, auch für Kinder, denn sie brauchen unseren Schutz ihrer körperlichen Unversehrtheit, den sie selbst noch nicht durchsetzen können.

Was Ihr nicht wollt, das man Euch tut, das fügt auch keinen Kindern zu.

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